- Römer-Tour - https://www.roemer-tour.de -

Römischer Keller von Faimingen

Von der römischen Zivilsiedlung Phoebiana ist außer dem Römischen Keller heute nur noch wenig sichtbar. Einst war die vermutlich als Hauptort eines römischen Verwaltungsbezirks dienende Siedlung etwa doppelt so groß wie das heutige Faimingen.

Nahe der Einmündung der Brenz in die Donau wurde das Kastell Phoebiana, in dem ein Teil der Ala II Flavia stationiert war, um etwa 90 n. Chr. zur Sicherung des Flusses erbaut, mit dem Vorschub des Obergermanisch-Rätischen Limes Richtung Norden jedoch um etwa 120 n. Chr. aufgegeben.

Durch die verkehrsgünstige Lage, aber auch wegen des als Kult- und Heilort bekannten Tempelbezirks, erlebte nun die inzwischen rund um das Kastell entstandene Zivilsiedlung Aquae Phoebiana bis Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. ihre größte Blüte, die bis zu den Germaneneinfällen ab 233 n. Chr. anhielt. Zwar wurde die Zivilstadt Phoebiana daraufhin aufgegeben, erhielt nun aber erneut militärische Bedeutung durch ein neu errichtetes Kastell, das zur Sicherung der Grenze des Donau-Iller-Rhein-Limes diente.

Der Vicus von Phoebiana war mit etwa 40 Hektar Fläche mehr als doppelt so groß wie das heutige Faimingen und war mit einer Stadtmauer umgeben. Neben einem Übergang über die hier schiffbare Donau kreuzten sich hier mehrere wichtige Römerstraßen, so dass die Stadt daher vermutlich als regionales Verwaltungszentrum diente. Funde von Keramik lassen vermuten, dass in Phoebiana auch Werkstätten lagen, in denen regionale Keramikgefäße und -becher hergestellt wurden.

Der Römerkeller wurde am Originalstandort rekonstruiert und war Teil eines römischen Hauses. Er besaß im Norden eine Nische, in der möglicherweise eine Götterstatuette ausgestellt war. Die Funde – Gefäße, Haarnadeln und der Griff eines Skalpells – stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., der Blütezeit des Ortes.

Der Römerkeller ist jederzeit frei zugänglich. Einem Fußweg, der westlich neben dem BVS-Bildungszentrum liegt, folgt man etwa 200 Meter Richtung Süden bis zu einer T-Kreuzung. Von hier aus erreicht man nach ein paar Schritten rechts über eine kleine Treppe den Keller.

Lage: Apollo-Grannus-Tempel, Zugang über das BVS Bildungszentrum Lauingen, Kastellstraße 9, 89415 Lauingen-Faimingen