Binnenhafen (Porto Fluviale) von Aquileia

Römische Provinz: Gallia Cisalpina

Das muss man gesehen haben!

In Aquileia gab es in der Antike neben dem direkt im Stadtgebiet gelegenen Binnenhafen auch einen außerhalb der Stadt gelegenen Seehafen, was die Stadt zum zentralen Warenumschlagplatz an der Adria machte. Noch heute sind anhand der Ausgrabungen die gewaltigen Ausmaße des antiken Binnenhafens gut zu erkennen.

In der Antike verliefen die Flüsse Natisone und Torre östlich von Aquileia gemeinsam in einem rund 50 Meter breiten Flussbett, das auf einer Länge von etwa 10 Kilometern auch für größere Schiffe schiffbar war. Man nimmt daher an, dass wegen dieser günstigen Lage der Fluss schon kurz nach der Gründung Aquileias Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. kanalisiert und zum Hafen umbaut wurde, der sowohl militärisch aber auch für den Handel genutzt wurde. Außerhalb der Stadt, in der Lagune der heutigen Stadt Grado, wurde zudem ein Seehafen angelegt, der das Tor zum Mittelmeer darstellte.

Im 1. Jahrhundert wurden die Hafenanlagen dann in Stein umgebaut und auch später mehrfach renoviert und erweitert. Wegen drohender Belagerungen der Stadt im Jahr im 3. und im 4. Jahrhundert n. Chr. wurden die Kais und Landungsanlagen dann zusätzlich befestigt und in die Verteidigungsanlagen der Stadt integriert.

Während der Jahrhunderte war der Hafen von Aquileia einer der wichtigsten Umschlagplätze für Waren aller Art, die entweder aus dem Norden oder über das Mittelmeer importiert wurden oder in den Werkstätten oder im Hinterland der Stadt produziert wurden. Erst als der Hafen mehr und mehr verlandete, nahm seine Bedeutung immer weiter ab und er geriet in Vergessenheit.

Erste Reste des antiken Hafens wurden zwar bereits um 1800 gefunden, aber erst bei Ausgrabungen zwischen 1926 und 1931 kamen monumentale Reste von Kais, Werften und Lagerhäusern zum Vorschein, die größtenteils aus dem Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. stammen und zu den heute besterhaltenen römischen Hafenanlagen zählen.

Die entlang des Flusses verlaufende Mole besaß sowohl einen oberen als auch einen 2 Meter tiefer liegenden unteren Landungssteg, an denen unterschiedlich große Schiffe anlegen konnten. Aber auch das Anlegen bei Ebbe, Flut oder Hochwasser wurde so erleichtert. Man kann neben den etwa 400 Meter langen Strukturen der westlichen Kais heute noch Lagerhäuser (horrea), Rampen und die Straßen erkennen, die den Hafen mit den Märkten der Stadt verbanden. Sogar die in regelmäßigen Abständen angebrachten Steinquader mit Lochbohrung, an denen die Schiffe vertäut wurden, sind noch vorhanden. Mehrere Brücken verbanden das östliche und westliche Ufer des Hafens.

Die von schattenspendenden Zypressen gesäumte Via Sacra wurde 1934 als Verbindungsweg zwischen dem Hafengelände, den Ausgrabungsgelände des Fondo Cossar und der Basilika angelegt. Sie wurde aus dem Aushub der Ausgrabungen aufgeschüttet und verläuft heute direkt auf dem ehemaligen Flussverlauf.

Die Hafenanlagen sind täglich bei freiem Eintritt geöffnet.

Lage: Porto Fluviale, Via Gemina, 33051 Aquileia

Link: www.fondazioneaquileia.it/de/sehenswuerdigkeiten/binnenhafen